Padel Regeln einfach erklärt: Aufschlag, Wand, Gitter & Zählweise
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Padel Regeln einfach erklärt: Aufschlag, Wand, Gitter & Zählweise

Alle Padel Regeln einfach erklärt: Aufschlag, Glaswand und Gitter, Zählweise mit Golden Point, Aufschlag-Wechsel und die häufigsten Fehler von Anfängern.

Niki Klinger
Aktualisiert am · 6 Min.

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Die Padel Regeln sind schnell gelernt: Gezählt wird wie im Tennis, gespielt wird immer im Doppel, und die Wände gehören zum Spiel. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, über die auf fast jedem Platz diskutiert wird – vor allem beim Aufschlag, beim Gitter und bei der Glaswand. Hier findest du alle wichtigen Regeln einfach erklärt, orientiert am Regelwerk des Weltverbands FIP.

Kurz-Antwort: Aufschlag von unten, diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld. Der Ball muss beim Gegner zuerst auf dem Boden aufkommen, danach darf er an Glas oder Gitter springen. Er darf nur einmal aufspringen. Die eigene Glaswand darfst du zum Zurückspielen benutzen, das eigene Gitter nicht. Gezählt wird 15, 30, 40, Spiel.

Platz und Grundprinzip

Ein Padelplatz ist 20 Meter lang und 10 Meter breit und rundum von Wänden umgeben: An den Stirnseiten steht eine 3 Meter hohe Glaswand, darüber ein Meter Gitter, an den Seiten eine Kombination aus Glas und Gitter. Das Netz ist in der Mitte 88 Zentimeter hoch, an den Pfosten 92 Zentimeter. Gespielt wird zwei gegen zwei. Ziel ist, den Ball so ins gegnerische Feld zu spielen, dass er dort zweimal aufspringt oder der Gegner ihn nicht regelgerecht zurückbringt.

Padel Regeln beim Aufschlag

Der Aufschlag ist die Regel mit den meisten Missverständnissen. So läuft er korrekt ab:

  • Position: Der Aufschläger steht hinter der Aufschlaglinie, zwischen Mittellinie und Seitenwand. Der erste Punkt jedes Spiels wird von rechts aufgeschlagen, danach abwechselnd von links und rechts.
  • Ausführung: Der Ball wird hinter der Aufschlaglinie auf den Boden geprellt und anschließend auf oder unter Hüfthöhe geschlagen. Mindestens ein Fuß bleibt am Boden, die Linie darf nicht berührt werden.
  • Ziel: Der Ball muss diagonal im gegnerischen Aufschlagfeld aufkommen. Die Linien gehören zum Feld.
  • Glaswand: Springt der Ball nach dem Aufkommen im Aufschlagfeld an die Glaswand, ist der Aufschlag gültig.
  • Gitter: Springt er nach dem Aufkommen an das Gitter, bevor er ein zweites Mal aufkommt, ist es ein Fehler.
  • Netzaufschlag: Berührt der Ball das Netz und landet korrekt im Aufschlagfeld, wird der Aufschlag wiederholt – außer er trifft danach das Gitter, dann ist es ein Fehler.
  • Zwei Versuche: Wie im Tennis hat der Aufschläger zwei Aufschläge.

Aufschlag-Wechsel und Position des Partners

Jeder Spieler schlägt ein ganzes Spiel lang auf, danach wechselt das Aufschlagrecht zum gegnerischen Team. Die Reihenfolge innerhalb eines Teams wird zu Beginn jedes Satzes festgelegt und bleibt bis zum Satzende gleich. Der Partner des Aufschlägers darf stehen, wo er möchte – üblich ist die Position am Netz. Auch das rückschlagende Team legt zu Satzbeginn fest, wer rechts und wer links annimmt.

Annahme des Aufschlags

Der Rückschläger muss den Aufschlag aufspringen lassen, ein Volley ist bei der Annahme nicht erlaubt. Danach darf er den Ball direkt oder nach dem Abprall von der Glaswand zurückspielen.

Regeln im Ballwechsel: Boden, Glaswand, Gitter

SituationErlaubt?
Ball springt beim Gegner erst auf den Boden, dann an Glas oder GitterJa – der Ball bleibt im Spiel
Ball trifft beim Gegner direkt Glas oder Gitter, ohne BodenkontaktNein – Punkt für den Gegner
Ball über die eigene Glaswand zurück ins gegnerische Feld spielenJa
Ball über das eigene Gitter zurückspielenNein – Fehler
Volley (Ball direkt aus der Luft nehmen)Ja, außer bei der Aufschlag-Annahme
Ball springt im eigenen Feld zweimal aufNein – Punkt verloren
Netz mit Schläger, Körper oder Kleidung berührenNein – Punkt verloren
Ball berührt den eigenen KörperNein – Punkt verloren

Wichtig ist die Reihenfolge: Auf der gegnerischen Seite zählt immer zuerst der Boden. Nach dem Aufspringen ist der Ball so lange spielbar, bis er ein zweites Mal den Boden berührt – egal, wie oft er dazwischen an Glas oder Gitter prallt. Springt der Ball nach dem Aufkommen im gegnerischen Feld über die Wand hinaus, ist der Punkt gewonnen, sofern die Anlage das Spielen außerhalb des Käfigs nicht ausdrücklich erlaubt.

Zählweise im Padel

Die Zählweise entspricht dem Tennis: 15, 30, 40, Spiel. Bei 40:40 (Einstand) braucht ein Team zwei Punkte in Folge – Vorteil und dann Spiel. Ein Satz geht bis sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung, bei 6:6 entscheidet der Tie-Break bis sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Gespielt wird in der Regel auf zwei Gewinnsätze.

Golden Point bei 40:40

Viele Turniere und Hobbyrunden spielen mit dem Golden Point (Punto de Oro): Bei Einstand entscheidet ein einziger Punkt das Spiel. Das rückschlagende Team wählt, von welcher Seite aufgeschlagen wird. Ob mit Vorteil oder Golden Point gespielt wird, legt die jeweilige Turnierausschreibung fest – klärt das vor dem ersten Punkt.

Seitenwechsel und Tie-Break

Die Seiten werden nach jedem ungeraden Spiel gewechselt (nach dem 1., 3., 5. Spiel und so weiter). Im Tie-Break schlägt der erste Spieler einmal von rechts auf, danach hat jeder Spieler zwei Aufschläge, beginnend von links. Seitenwechsel ist im Tie-Break nach jeweils sechs Punkten.

Die richtige Ausrüstung für den Einstieg

Für regelkonformes Spiel brauchst du einen Padelschläger mit Handschlaufe – sie muss im Spiel am Handgelenk getragen werden. Gespielt wird mit speziellen Padelbällen, die etwas weniger Druck haben als Tennisbälle. Welche Modelle sich lohnen, zeigen unser Vergleich der Padelschläger für Anfänger, der Padelbälle Test und der Padelschuhe Test.

Unsere Empfehlung auf einen Blick

Die 5 häufigsten Regelfehler von Anfängern

  • Aufschlag über Hüfthöhe: Der Treffpunkt muss auf oder unter Hüfthöhe liegen.
  • Aufschlag ans Gitter gilt nicht: Nach dem Aufspringen ans Gitter ist ein Fehler, an die Glaswand ist gültig.
  • Direkt an die Wand gespielt: Trifft dein Ball beim Gegner zuerst die Wand, ist der Punkt weg.
  • Eigenes Gitter benutzt: Nur die eigene Glaswand darf als Bande dienen.
  • Netz berührt: Schon eine leichte Berührung im Ballwechsel kostet den Punkt.

Wenn du die Regeln gleich in der Praxis ausprobieren willst: In unserem Überblick der Padel-Hallen in Österreich findest du Plätze in allen Bundesländern, und der Ratgeber Padel lernen erklärt Technik und Taktik für die ersten Stunden.

Häufige Fragen zu den Padel Regeln

Darf der Ball beim Padel ans Gitter?

Ja, aber erst nachdem er im gegnerischen Feld auf dem Boden aufgekommen ist. Ausnahme ist der Aufschlag: Springt er nach dem Aufkommen im Aufschlagfeld ans Gitter, ist es ein Fehler. Das eigene Gitter darfst du nie als Bande benutzen.

Wie funktioniert der Aufschlag beim Padel?

Von unten: Ball hinter der Aufschlaglinie aufprellen lassen, auf oder unter Hüfthöhe treffen und diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld spielen. Es gibt zwei Versuche.

Darf man den Ball an die eigene Glaswand spielen?

Ja. Du darfst den Ball gegen deine eigene Glaswand schlagen, damit er von dort über das Netz fliegt. Mit dem Gitter ist das nicht erlaubt.

Wie wird beim Padel gezählt?

Wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel, Satz bis sechs Spiele, Tie-Break bei 6:6. Häufig wird bei 40:40 mit Golden Point gespielt.

Wo steht der Partner beim Aufschlag?

Er darf seine Position frei wählen. Üblich ist, dass er bereits am Netz steht, während der Aufschläger nach dem Aufschlag nachrückt.

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